Weiterbau der Rodgau-Ringstraße und Durchstich - Freie Wähler Rodgau möchten eine vernünftige Entscheidung im Sinne der Bürger und der Zukunft von Rodgau unter Berücksichtigung aller Auswirkungen.

Dieses schwierige Thema und die Diskussionen um den Weiterbau der Rodgau-Ringstraße und den „Durchstich“ an der Wilhelm-Leuschner-Straße beschäftigt auch die Freien Wähler Rodgau.
Jedoch entsteht leicht der Eindruck, dass sich dem Thema nicht mehr nach Faktenlage, sondern sehr emotional durch die verschiedenen politischen Parteien und Wählervereinigungen genähert wird.
Die Faktenlage ließ es bisher für die Freien Wähler Rodgau nicht zu, einem Weiterbau der Rodgau-Ringstraße und dem Durchstich zwischen der Wilhelm-Leuschner-Straße und der Anschlussstelle der B45 neu am Wasserturm zuzustimmen. Wenn jedoch durch eine Verkehrsuntersuchung die Faktenlage dazu führt, eine Verbesserung herbeizuführen, schließen es die Freien Wähler Rodgau nicht aus, über eine verkehrliche Maßnahme hinsichtlich eines Weiterbaues nachzudenken.

Der weitere Ausbau von Radwegen ist zwar sinnvoll, werde aber sicherlich keine Pendler überzeugen mit dem Fahrrad nach Aschaffenburg oder Frankfurt zu fahren. Es muss jedem klar sein, dass die wenigsten hier auf das Fahrrad umsteigen. Innerorts allerdings stellt das Fahrrad eine sehr gute Alternative zum Auto dar.
Die aktuelle Verkehrssituation und deren Entwicklung wurde in einer kürzlich in der Stadtverordnetensitzung vorgestellten Verkehrsuntersuchung dargelegt. Hier wurde auch die zukünftige weitere Erschließung der 3 Baugebiete Forchheimer See, Dudenhofen hinter dem Dell und Rodgau West einbezogen.  Auch die neuen Baugebiete müssen erst mal genehmigt, entwickelt und erstellt werden. Da gehen noch einige Jahre ins Land.


Wer die Zahlen aus der Untersuchung einer richtigen Deutung zugeführt hat, hat erkannt, dass es besonders in Weiskirchen einen ausgeprägten Ziel- und Quellverkehr gibt, der ein hohes Verkehrsaufkommen innerhalb dieses Stadtteils nach sich zieht.
Auch ist klar geworden, dass bei einem Weiterbau der beiden Maßnahmen an einer Stelle gegebenenfalls eine Verbesserung eintritt, jedoch an anderen Stellen eine Verschlechterung mit mehr Verkehrsaufkommen. Durch gut ausgebaute Straßen aber auch Schlupflöcher, um ggf. einen Stau zu umfahren, würde es auch zu einem stärkeren Verkehrsaufkommen am sog. Durchstich kommen. Das ist die eine Seite der Medaille.
Auf der anderen Seite sind die Kosten, die die Stadt und damit der Steuerzahler, also wir alle, zu tragen haben, zu berücksichtigen. Ein Weiterbau würde viele Millionen Euro verschlingen und die Stadt würde sich über lange Zeit hoch verschulden. Eine nicht unerhebliche Erhöhung der Grundsteuer wäre unvermeidbar. Es wird letztendlich eine Abwägung zwischen Nutzen und Kosten sein.

Die Freien Wähler Rodgau entscheiden nur nach Faktenlage und nicht nach ideologischen Vorgaben. Aus diesem Grund ist einem Weiterbau derzeit nicht zuzustimmen. Trotz dessen ist es aufgrund neuer Erkenntnisse nicht auszuschließen, neu darüber nachzudenken.

Während sich in erster Linie die beiden großen Parteien CDU und SPD weiter darum streiten, wie das Verkehrsgutachten zu deuten ist, stellen sich die Freien Wähler Rodgau die Frage: Was möchten die Bürger Rodgaus? Denn darum geht es doch letztendlich und nicht darum sich als Partei im Wahlkampf zu profilieren.

Eine ganz andere Frage, die in der bisherigen Diskussion noch keine Rolle gespielt hat, sind die Auswirkungen der Pandemie. Was ist, wenn sich aus der momentanen Pandemie ein vermehrtes Arbeiten von zuhause ergibt und dann z. B. vlt 30% weniger Kraftfahrtzeuge auf dem Weg zur Arbeit sind?

Die Freien Wähler Rodgau stellen sich die Frage, sind dann noch weitere neue gut ausgebaute Straßen notwendig?

Die FWR möchten in sachlichen und fairen Gesprächen miteinander und nicht gegeneinander Rodgaus Zukunft im Interesse der Bürger gestalten. Da es eine weitreichende Entscheidung darstellt, schlagen die Freien Wähler Rodgau vor, die Bürger in einer Bürgerbefragung daran teilhaben zu lassen. Diese Befragung erachten die FWR erst als sinnig, wenn die Auswirkungen der Pandemie abzusehen sind und die neuen Baugebiete geplant sind und es abzusehen ist, welche Auswirkungen auf den Gesamtverkehr diese haben. Diese Befragung könne z.B. online stattfinden und kann von den Freien Wählern Rodgau gerne erarbeitet und durchgeführt werden.